Kletterbude

Die schönsten Kletterspots Amerikas

von Jens Heise-Engelschalk - 19 Jul, 2019

Amerika hat wirklich einiges zu bieten: Neben den vielen Sehenswürdigkeiten und Orten zum Entspannen und Seele baumeln lassen, hat dieses Land auch mehrere Plätze zum Erkunden, Wandern und natürlich auch zum Klettern für Euch parat. Deshalb wollen wir Euch heute die schönsten Climbing Spots vorstellen, die ein Grund sein könnten, einen Trip ins Land der Träume zu planen.

Independence Pass, Colorado

Dieser Gebirgspass liegt im Westen des US-Bundesstaates Colorado in den Rocky Mountains und verbindet Aspen mit Leadville. Der Independence Pass ist auf verschiedene Arten ein Riese: Zum einen ist er der höchste Pass der USA, welcher über einen Highway erreicht werden kann und ist andererseits die höchste mögliche Überquerung der kontinentalen Wasserscheide. Auch wenn in den Sommermonaten sehr viel Schnee dort liegt, ist er trotz allem gut zu erreichen, da die Straßen stets geräumt werden. Im Winter hingegen ist der Pass geschlossen.

Vergesst Eure Kamera nicht, denn Euch erwartet ein atemberaubender Blick auf die umliegende Bergwelt! Einer davon ist Mount Robson, welcher mit seinen 3954 Metern der höchste Berg der Rocky Mountains ist. Da es keine leicht begehbaren Routen gibt, ist dieser Aufstieg eher etwas für erfahrene Kletterer. Der Ausblick vom Mount Robson kann sich aber definitiv sehen lassen. Vielleicht das nächste Kletterziel?

Aufgrund der absoluten Höhe, in der man unterwegs ist, ist der Independence Pass doch recht anspruchsvoll. Aber die wundervolle Landschaft und die tolle Bergwelt ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

Yosemite National Park, California

Der Yosemite-Nationalpark ist ein spektakuläres Naturwunder und zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Die Region Toulumne bietet mit ihren zahlreichen Seen, Wasserfällen und hohen Gipfeln eine gelungene Abwechslung, die Ihr auf Euren Wanderungen entdecken könnt. Darüber hinaus gibt es um den Glacier Point mehrere Wanderwege niedrigen bis hohen Schwierigkeitsgrades, wunderschöne Wasserfälle, eine tolle Sicht auf das Yosemite Valley und weitere Sehenswürdigkeiten zum Besuchen. Für Freunde des Klettersports hat der Nationalpark ebenfalls mehre lohnenswerte Anlaufstellen zu bieten.

Der Half Dome liegt am östlichen Ende des Yosemite Valley. Er erstreckt sich auf 2693m und ist das Wahrzeichen des Yosemite National Parks. Für die etwa 25 km lange Wegstrecke und die 1500 Höhenmeter im Auf- und Abstieg benötigen selbst geübte Wanderer acht bis zwölf Stunden, weshalb hier eine gute Kondition empfehlenswert ist. Der Half Dome kann auch kletternd bestiegen werden. Mehrere Routen führen über die nahezu senkrechte Nordwestwand oder die gerundeten Flanken.

Der El Capitan liegt an der Nordseite des Yosemite Valley und hat eine Höhe von 2307m. Er gilt ebenfalls als Wahrzeichen des Nationalparks und ist an seinen markanten Felsvorsprüngen gut zu erkennen. Der höchste Punkt des El Capitan kann auf einem einfachen Wanderweg erreicht werden, aber die teilweise senkrechten Flanken, sowie die mehreren langen und schwierigen Kletterrouten, machen ihm zu einem beliebten Ort für Freikletterer.

 

Devils Tower, Wyoming

Auf einer flachen Ebene ragt plötzlich ein riesiger Turm empor. Im Nordosten von Wyoming befindet sich dieser turmartige Riese mit einer Höhe von 265 m und einem Durchmesser von 150 m. Der Devils Tower besteht aus Vulkangestein und entstand vor etwa 50 Millionen Jahren. Bis heute ist allerdings noch ungeklärt, ob es sich dabei um einen Teil eines Vulkans handelt oder nicht. Die Wälder auf der Hochebene sind relativ dicht. Der erste Aufstieg begann 1893, als eine Leiter aus im Riss eingeschlagenen Pflöcken mit angebundenen Holzstangen gebaut wurde. Die Reste dieser Leiter sind heute immer noch zu sehen, allerdings kann man sie nicht mehr benutzen. Der Devils Tower stellt bis heute ein beliebtes Kletterziel dar. Tausende Kletterer versuchen sich jährlich an den massiven Säulen. Für die mehr als 200 Routen ist allerdings eine Genehmigung erforderlich. Wegen des starken Winters empfiehlt sich eher in den Sommermonaten ein Besuch. Der Devils Tower ist wirklich eindrucksvoll. Es lohnt sich einfach diesen Berg zu umrunden oder gar zu besteigen – ein unvergessliches Erlebnis.

 

Joshua Tree National Park, California

Dieser Nationalpark ist eine 3.196 km² große Wüstenlandschaft im Südosten Kaliforniens und bildet den Übergang zwischen der Mojave-Wüste und der Colorado-Wüste. Er wird jedes Jahr von Millionen Menschen aus aller Welt besucht – darunter auch viele Felskletterer. Die teils surrealen Granitformationen entstanden, als sich Magma unter der Erdoberfläche abkühlte und erstarrte und nach Millionen von Jahren durch Erosion an der Erdoberfläche freigelegt wurde. Übernachtet werden kann auf Campingplätzen oder Hotels in der Nähe. Der Park kann über ein paar Straßen oder Wanderwege erreicht werden.

Besonders für Kletterer ist der Nationalpark mit seinem rauem Granitfelsen ein beliebtes Ziel. Es gibt tausende von Kletterrouten jeden Schwierigkeitsgrades und ist damit ideal für Anfänger als auch für Profis geeignet. Aufgrund der eher geringen Höhe der Felsen, welche sich oft nicht höher als 70 m erstrecken, sind die Routen aber eher kurzgehalten und meist selbst zu sichern.

 

Moab, Utah

Moab ist eine Stadt im US-Bundesstaat Utah und liegt am Colorado River in einer Höhe von 1227 m über dem Meeresspiegel. In der Nähe gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die man unbedingt einmal gesehen haben muss.

Zum einen gehört dazu der Arches-Nationalpark. Dieser liegt nördlich von Moab und beinhaltet zahlreiche natürliche Steinbögen, welche die große Attraktion des Parks bilden. Die bekanntesten Felsbögen können durch kurze Wanderwege gut erreicht werden. Der Devils Garden, mit der größten Anzahl an Archen, kann durch einen 10 km langen Weg erschlossen werden. Mit Ausnahme der Bögen, die einen Eigennamen tragen, kann man dort auch klettern.

Direkt neben dem Arches-Nationalpark befindet sich der Canyonlands-Nationalpark. Der Colorado River und Green River haben dort tiefe Canyons geschnitten, wodurch sich der Park in drei Gebiete teilt – Island in the Sky, The Needle und The Maze. Die beliebtesten Kletterziele vor Ort sind die Sandstone Towers, Fisher Tower und Moses Tower. Zum Klettern sollte man dort allerdings einige Erfahrung und ausreichend Kondition mitbringen, da man meistens mehrere 100 Höhenmeter im Canyon bewältigen muss.

Zu guter Letzt wollen wir Euch Freunden des Klettersports eine Sehenswürdigkeit von Moab nicht vorenthalten: Der Indian Creek. Indian Creek ist ein Canyon im Süden von Moab und berühmt für sein Rissklettern. Die Kletterfelsen erreicht man am besten mit einem Geländewagen. Wir empfehlen für einen Ausflug nach Indian Creek aber auf jeden Fall ein paar Kanister mit Wasser einzupacken, da es vor Ort keines gibt. Übernachten kann man auf den mit Trockentoiletten und Feuerstellen ausgestatteten Campingplätzen. Der Ort bietet sich auch perfekt für Ausflüge im Sommer an, da es dort auch einige schattige Wände zum Klettern gibt - einfach ideal!

 

Wie Ihr sehen könnt, hat Amerika wirklich zahlreiche schöne Orte zum Besuchen, Wandern und Klettern. Mit den vielen Sehenswürdigkeiten und abwechslungsreichen Gestaltungsmöglichkeiten sind die vorgestellten Orte definitiv eine Reise wert. Achtet aber auf jeden Fall darauf, immer die passende Ausrüstung und vor allem im Sommer ausreichend Wasser dabeizuhaben. Wir wünschen Euch schon mal einen tollen Urlaub und viel Spaß beim Klettern!

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